Freitag

23. Oktober 2026


9 Uhr:

Frühstück & Check-In

Begrüßungsworte „United in not Knowing“ (de)

PERCEPTION (de/eng)

Wo stoßen fotografische Bilder an die Grenzen des Wissens?

Im Fokus stehen die Grenzen des Sichtbaren, Lesbaren und Erkennbaren — zunächst in der menschlichen Wahrnehmung, dann in ihren technischen Erweiterungen, bis hin zum Blick in den Weltraum. Fotografie erscheint dabei nicht als neutrales Fenster zur Welt, sondern als selektiver, perspektivischer und technisch vermittelter Prozess, in dem Wissen stets mit Unsicherheit, Fehler, Opazität und Überforderung konfrontiert ist. Fotografische Bilder, wissenschaftliche Bildpraktiken und mediale Sichtbarkeiten werden dabei nicht als transparente Beweise verstanden, sondern als Formen, in denen sich Erkenntnis und Nicht-Zugänglichkeit zugleich zeigen.

Host: Anja Schürmann (Kunsthistorikerin, Permanent reseacher Fellow Kulturwissenschaftliches Institut Essen)
Vorträge und Panel: Daniel Stier (Künstler, Wiesbaden/London), Sonja Riegler (Philosophin, Postdoktorandin Forschungszentrum Normative Ordnungen der Goethe-Universität Frankfurt), Sophie-Charlotte Opitz (Professorin für Medienwissenschaften an der Fachhochschule Dortmund und freischaffende Kuratorin), Jens Schröter (Professor für Medienwissenschaft an der Universität Bonn), Julian Peschel (Graphic and Information Designer, Berlin), Viktoriia Tymonova (Künstlerin, Ukraine)


13 – 14 Uhr

Mittagspause


14 Uhr

PRACTICES (eng)

Wie arbeitet Fotografie mit Nichtwissen?

Im Zentrum stehen künstlerische und forschende Verfahren, die Nichtwissen produktiv machen. Verhandelt werden Formen des Versuchens, Offenhaltens, Montierens und Löschens. So stellt sich die Frage, ob Fotografie Wissen erzeugt oder ob ihre besondere Kraft gerade darin liegt, Unsicherheit, Ambivalenz und Nichtverfügbarkeit sichtbar und bearbeitbar zu machen. Dabei richtet sich der Blick nicht nur auf die Praktiken der Fotografie, sondern auch auf die Praktiken ihrer Vermittlung:Welche Wissensordnungen und Hierarchien prägen die fotografische Ausbildung? Wie lassen sich Lehrsituationen denken, in denen Autorität, Expertise und institutionelle Gewissheiten selbst zur Disposition stehen?

Host: Urs Stahel (Kurator, Autor, Dozent, Künstlerischer Direktor der Fondazione MAST, Bologna)
Lecture Performances, Round Table & Workshops: Ana Hupe (Künstlerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin für Kunstgeschichte an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle), Munem Wasif (Künstler, Kurator, Dozent, Dhaka, Bangladesch), Tobias Zielony (Künstler, Berlin und Professor für Fotografie an der HFBK Hamburg), Karina Nimmerfall (Künstlerin und Professorin für künstlerisch-mediale Praxis am Department Kunst und Musik der Universität zu Köln), Danielle Rosales (Kommunikationsdesignerin und Soziologin, Co-Founder Studio Visual Intelligence, Berlin), Marie Köhler (Medienkünstlerin, Kuratorin und Dozentin, Doktorandin an der Bauhaus-Universität Weimar und Dozentin an der Peter Behrens School of Arts der Hochschule Düsseldorf), Lilian Haberer (Professorin für Kunstwissenschaft an der Kunsthochschule für Medien Köln)


17 - 18.30 Uhr: Workshops

>> Die Anmeldung zu den Workshops erfolgt vor Ort <<


Workshop 1
What you see is all there is? Mit dem/gegen das Archiv arbeiten
(Julia Richard, Sozial- und Kulturanthropologin, Berlin) (en)

Wie lässt sich mit Archiven, Bildern und Geschichten arbeiten, die von Lücken, Gewalt oder systematischem Schweigen geprägt sind? Der Workshop gibt Einblicke in verschiedene Methoden der kritischen Archivarbeit, wie zum Beispiel Saidiya Hartmans „Critical Fabulation". Ausgehend von Beispielen aus kolonialen Fotobeständen erproben die Teilnehmenden spekulative, fragmentarische und zugleich verantwortungsbewusste Formen des Erzählens. Dabei wird das Nichtwissen als wesentlicher Teil der Auseinandersetzung mit historischen Bildern verstanden und als Chance die Autorität des Archivs produktiv zu hinterfragen.

Für Kurator:innen, Archivar:innen, Künstler:innen, Fotograf:innen, Wissenschaftler:innen und alle, die mit historischen Fotografien, Sammlungen oder Archiven arbeiten.

Maximal 15 Personen

Workshop 2
Lehr-Lerngemeinschaft. Workshop von Studierenden für Lehrende
(Tasneem Almamar & Celine Kapoor, Studierende der Peter Behrens School of Arts, Düsseldorf) (de)

Was passiert, wenn die Rollen von Lehrenden und Lernenden bewusst verschoben werden? Wie schafft man eine offene und inklusive Lernatmosphäre und wie bindet man als Lehrende das erfahrende und erlebte Wissen der Studierenden in den gemeinsamen Lehr- und Lernprozess mit ein? In diesem Workshop gestalten Studierende der Peter Behrens School of Arts Düsseldorf und Studierende der Kunsthochschule für Medien einen Raum, in dem sie bestehende Wissenshierarchien innerhalb akademischer und institutioneller Kontexte kritisch hinterfragen und alternative Lernmethoden vorstellen. Indem wir traditionelle Hierarchien hinterfragen und stereotype Denk- und Sichtweisen aufbrechen, entsteht ein Raum in dem durch erproben dialogorientierte Methoden, ein kollaboratives Lehren und Lernen möglich wird.

Für Lehrende, Vermittler:innen und alle, die Wissensproduktion und Zusammenarbeit neu denken möchten.

Maximal 15 Personen

Workshop 3
We will see. Speculative Design
(Danielle Rosales, Kommunikationsdesignerin und Soziologin, Co-Founder Studio Visual Intelligence, Berlin) (de)

Wie lässt sich gestalten, wenn Zukunft ungewiss bleibt? Der Workshop führt in Methoden des speculative design ein – eine Gestaltungspraxis, die nicht primär Probleme löst, sondern mögliche Zukünfte untersucht und sichtbar macht. Anhand von Szenarien, Entwürfen und visuellen Spekulationen entwickeln die Teilnehmenden alternative Perspektiven auf technologische, gesellschaftliche und ökologische Entwicklungen. Dabei wird Gestaltung als Werkzeug verstanden, um Annahmen zu hinterfragen, neue Fragen zu formulieren und Möglichkeiten sichtbar zu machen, bevor sie Realität werden.

Für Designer:innen, Künstler:innen und alle, die Unsicherheit und Wandel als kreative Ressource begreifen.

Maximal 15 Personen

Workshop 4
Das inoffizielle Archiv: Reading Vernacular photography
(Myriam Grigalashvili, Kuratorin und Kulturmanagerin, Tiflis/Georgien) (en)

Wie erzeugen Fotografien Bedeutung, wenn wir fast nichts über sie wissen? Anhand anonymer Schnappschüsse und gefundener Fotografien beobachten die Teilnehmenden visuelle Details, verfolgen materielle und kontextuelle Spuren, entwickeln Hypothesen und vergleichen unterschiedliche Interpretationen. Anstatt nach einer einzigen „richtigen“ Lesart zu suchen, untersucht der Workshop, wie Bedeutung durch Beobachtung, Kontext und unsere eigenen Annahmen entsteht. Das Nichtwissen wird dabei zu einem produktiven Ausgangspunkt, der Neugier, Dialog und eine kritische Reflexion darüber anregt, wie Fotografien gelesen, kuratiert und verstanden werden.

Für Kurator:innen, Fotograf:innen, Forscher:innen, Künstler:innen, Vermittler:innen sowie alle, die sich für Fotografie, Archive und visuelle Kultur interessieren.

Maximal 15 Personen


19 Uhr

Das Fotobuchquartett (de)

Angelehnt an das „Literarische Quartett" besprechen Frank Dürrach (Fotoakademie-Koeln) und Damian Zimmermann (Photoszene) gemeinsam mit den beiden Gästen Adelheid Komenda (LVR-Landesmuseum Bonn) und Giulia Cramm (freie Kuratorin, Köln) vier Fotobücher passend zum Photoszene-Kongress „Not Knowing – Photography and the Unknown". Moderiert wird die Veranstaltung von Andrea Oster.

Teilnahme für Kongressbesuchende inclusive. Es können aber auch Einzeltickets für 7€ nur für das Fotobuchquartett erworben werden.


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