Lilly Lulay - Internationale Photoszene

Lilly Lulay

© Enrique Ramirez

Lilly Lulay (*1985 in Frankfurt / Deutschland) lebt in Frankfurt und Brüssel. Sie studierte Fotografie, Bildhauerei und Mediensoziologie an der HfG Offenbach und der ENSBA Bordeaux. Angesichts der Bilderfluten des digitalen Zeitalters verwendet  Lulay für ihre Projekte eigene und fremde private Fotos als „Rohmaterial“, das sie mit Hilfe von Techniken wie der Stickerei, dem Lasercut oder der Malerei bearbeitet. So entstehen Collagen, Videos, Malereien und Installationen, die die zweidimensionale, rein visuelle Wahrnehmung von Fotografien kritisch hinterfragen. In ihren Arbeiten werden Fotografien buchstäblich dekonstruiert, so dass die Wahrnehmung von der visuellen Oberfläche auf die materiellen, technischen und sozialen Strukturen gelenkt wird, in die unsere Fotografien eingebettet sind. 

In ihren aktuellen Projekten untersucht sie den Einfluss des Smartphones auf unsere alltägliche Fotokultur und unser kollektives soziales Verhalten. Dabei identifiziert Lulay das Smartphone als ein populäres fotografisches Werkzeug, das nicht nur neue global vernetzte Bildkulturen hervorgebracht hat, sondern auch neue Formen der normativen Kontrolle und sozialen Überwachung. Diese Funktionen stehen am Anfang der Geschichte der Fotografie und finden ihre Fortsetzung in den heutigen Techniken der Gesichtserkennung, der Standortverfolgung und des kommerziellen und politischen Targetings. Ihre aktuelle Forschung dreht sich dementsprechend auch um Themen wie Big Data, KI, digitalen Kolonialismus und den von Shoshana Zuboff geprägten Begriff des Überwachungskapitalismus.

Weitere Informationen unter:
https://lillylulay.de
https://www.instagram.com/lillylulay/