In den 1980er Jahren entstand im popkulturellen Diskurs eine neue Sprache. Abseits etablierter Medien entwickelten Zeitschriften wie die 1980 in Köln gegründete SPEX – Musik zur Zeit im DIY-Modus Formen, um anders über Musik und Popkultur zu sprechen. Sie schlugen neue Töne an, die dem Gefühl von Punk und New Wave Ausdruck verliehen und der kulturellen Aufbruchstimmung eine Plattform boten. Neben den einflussreichen Texten zahlreicher Autor:innen trug auch die Fotografie wesentlich zur Herausbildung dieser neuen Sprache bei – und dennoch ist sie bis heute kaum wissenschaftlich untersucht oder künstlerisch reflektiert worden.
Im Rahmen der Kooperation soll nun die visuelle Ebene des (Kölner) Popjournalismus in den Fokus gerückt werden. Gemeinsam mit einer Gruppe Studierender begeben wir uns ab April 2026 auf eine künstlerisch-forschende Spurensuche, die seine Bildgeschichte(n) und -archive nachzeichnet. Zentraler Ausgangspunkt sind die Archivbestände des Fotografen Wolfgang Burats: Gründungsmitglied, Mitherausgeber und einer der ersten Fotografen der SPEX. Wir möchten mit Fotograf:innen und anderen Beteiligten der Zeit sprechen, weitere fotografische Bestände sichtbar machen, Schlaglichter auf einzelne Entwicklungen werfen und in erster Linie Fragen stellen: Wie arbeiteten die Fotograf:innen und wie definierte sich ihre visuelle Autor:innenschaft? Welche fotografischen Ausdrucksformen entwickelten sich, welche (politischen) Haltungen spiegelten sich in ihnen wider und welche Gemeinschaften formten oder festigten sie? Wo befinden sich die Fotografien und Bildarchive heute?
Die Ergebnisse dieser Spurensuche werden als Momentaufnahme und Zwischenstand in einer Ausstellung zum Photoszene-Festival im Mai 2027 präsentiert.
- Falls Du für die SPEX (oder andere Musikmagazine wie bspw. INTRO) fotografiert hast und Fotografien, Erinnerungen, Geschichten oder Informationen mit uns teilen möchten, freuen wir uns sehr über Deine Nachricht!
Über das Projekt
Die Projektgruppe setzt sich zusammen aus den Studierenden Yue Cao, Jeanne van Eeden, Heike Geltsch, Lukas Jantschek, Thea Kleinhempel, Shinyoung Rhyu, Caroline Weyers und Farah Wind sowie den künstlerisch-wissenschaftlichen Mitarbeitern Konstantin Butz und Andreas Langfeld von der KHM Köln und Daria Bona (Programmleiterin Artist Meets Archive), Heide Häusler (Künstlerische Leitung und Geschäftsführung) und Antonia Pečavar (Assistenz Artist Meets Archive) von der Internationalen Photoszene Köln.
Das Projekt ist Teil des Programms Artist Meets Archive #5 der Internationalen Photoszene Köln, gefördert durch die Stadt Köln, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, die Kunststiftung NRW, die Sparkassen Kulturstiftung Rheinland und die Sparkasse KölnBonn.