
Shirin Abedi ist Dokumentarfotografin und beschäftigt sich mit Themen wie Emanzipation, Scham und Liebe. Sie befasst sich mit sozialer Ungerechtigkeit, Machtungleichgewichten und Repräsentation, die von inneren Konflikten geprägt sind, die durch Verbote, Vertreibung und zunehmenden Faschismus verursacht werden und Freiheit und Zugehörigkeit einschränken. Shirin ist auch als Forscherin, Übersetzerin und Lehrerin tätig. Aufgewachsen in Hannover, lebt sie heute in Deutschland und im Iran. Shirin Abedi erhielt 2023 den Inge-Morath-Preis der Magnum Foundation.
I will stand your ground on days you can‘t
2024
12 Polaroids, Chromrahmen 200x190 cm
drei Stoffbahnen 2x 120x160 cm 1x 115x165 cm
In Shirin Abedis Arbeit “I will stand your ground on days you can’t” fotografiert Abedi mit der Sofortkamera eine gegenwärtige Bewegung – eine, die sich laut gegen den Genozid in Palästina erhebt.
Sie sagt, im Gegensatz zu Partys und Freundschaften nutze sie das Medium, um „eine Geschichte über Widerstand, Gemeinschaft und Fürsorge zu zeigen. Laut Amnesty International ist Israel ein Apartheidstaat. Daher nutze ich Polaroids als ein Mittel, um originale Belege des gesellschaftlichen Wandels festzuhalten, den ich in Deutschland beobachte.“
Einige der Polaroids zeigen Momente, die ein starkes Miteinander repräsentieren, wie eine Hand auf der Schulter; ein anderes ein Stillleben mit einer Wassermelonekette neben Spekulatius Keksen und schwarzen Bananen. Weitere Aufnahmen zeigen Porträts von Menschen, die eine Kufiya tragen und andere, in denen Abedi mitten im Geschehen Polizeigewalt gegen Protestierende dokumentiert.
Das Medium Polaroid erfüllt immer wieder einen Zweck, der sich vom Spaß bis zu gewaltsamen Anlässen erstreckt. In gewaltvoller Form in Südafrika, wo es während der Apartheid zur Kontrolle und Unterdrückung der schwarzen Bevölkerung eingesetzt wurde. Bei Abedi hingegen wird es zum Symbol und Ausdruck des Gerechtigkeitssinn.