María José Celis

STUDIO VISIT

Photography and Responsibility

María José Celis ist eine in Kolumbien geborene queere Künstlerin, die zwischen den Küsten Kolumbiens, der Dominikanischen Republik, Jamaikas und Ecuadors aufgewachsen ist. Ihr migrantischer, internationaler Hintergrund und ihre kulturellen Erfahrungen bilden die Grundlage ihrer Arbeit. Als autodidaktische Fotografin findet sie Freude, Sinn und Erfüllung in der visuellen Kunst. Ihr Werk konzentriert sich darauf, rohe Emotionen durch ihre Linse einzufangen – Menschen, Kulturen und Räume stehen dabei im Mittelpunkt. Derzeit absolviert sie ein Diplomstudium an der Kunsthochschule für Medien Köln, wo sie begonnen hat, andere Medien wie Installation, Film und Audio in ihre künstlerische Praxis zu integrieren.

„Hallo, mein Name ist María José Celis. Ich bin Fotografin und multidisziplinäre Künstlerin.

Wir befinden uns gerade im Case, das zum khm gehört. Ich studiere seit 2023 an der khm. Normalerweise arbeite ich nicht besonders viel an der Hochschule. Ich fotografiere viel unterwegs, sei es in den Räumlichkeiten anderer Leute oder, wie bei meiner letzten Arbeit, die beim Photoszene-Festival ausgestellt wurde, auf einem Ball.

So kann ich meine Bilder mit nach Hause nehmen, mich ins Bett legen und sie durchsehen. Es ist auch ein sicherer Raum, der dazu beiträgt, die Menschen auf meinen Bildern zu schützen. Wenn ich die Bilder aus diesem Raum heraushole, bedeutet das, auf die anderen Beteiligten zuzugehen und zu fragen: „Hey, ist es okay, das zu zeigen?“

Heute hatte ich zum Beispiel ein Bild, das ich zeigen wollte, aber als ich bei der Person nachgefragt habe, sagte sie, dass sie sich nicht mehr wirklich mit der Version von sich selbst identifiziert, die auf dem Foto zu sehen ist. Und ich denke, dass ich dieses Foto als Fotografin zwar lieben mag, es mir in dieser Hinsicht aber nicht wirklich zusteht, es zu zeigen – besonders wenn ich queere Menschen fotografiere.

Ich glaube, dass meine Identität und mein Selbstverständnis sehr eng mit meiner Arbeit verflochten sind. Meine Identität hängt auch stark mit den Menschen in meinem Umfeld zusammen. Ich habe viele Latino Freund*innen und viele queere Latino Freund*innen. In gewisser Weise durchdringt meine Identität einfach meine Realität, und das fotografiere ich.

Dieses Bild zeigt German Princess Jewelry Old Navy und wurde beim Inside Out Kiki aufgenommen, das von Zanubia Old Navy und Kongolo Old Navy veranstaltet wurde. Damals war Zanubia, glaube ich, noch 007.

Ellie hatte mich engagiert, um zwei ihrer Kikis zu fotografieren. Wann immer ich so eine Gelegenheit habe, versuche ich, die Menschen vor mir zu verstehen und mich in ihre Lage zu versetzen. Ich frage mich: Was für ein Bild würde ich in diesem Moment von mir selbst wollen?

Es war auch ein bisschen nervenaufreibend und eine noch größere Verantwortung, diese Bilder in einem Kontext zu zeigen, den ich für richtig halte – einem, der zeigt, dass Ballroom schön, magisch und atemberaubend anzusehen ist, aber es ist auch ein Ort des Protests. Es ist ein Ort des Widerstands. Es ist ein politischer Raum.

Ich trage ein sehr breites Spektrum an „Latinidad“ in mir. Und dieses Bild, das ich absolut liebe, zeigt natürlich in gewisser Weise mich selbst, aber es ist so viel mehr als nur ich als Fotografin oder als Mensch. Es handelt auch von den Menschen aus demselben Land, in dem ich aufgewachsen bin, von den Menschen, die diese Diaspora, diese Kultur und vielleicht auch diese Nostalgie teilen. Ich glaube, das geht über das Individuum hinaus.

Im Moment arbeite ich an einer Installation, die hoffentlich irgendwann im Sommer im Schaufenster von Lempertz zu sehen sein wird. Es ist eine Arbeit, die sich mit der Idee der deutschen Integrationskultur und Assimilationskultur auseinandersetzt.

Weitere Studio Visits:

Studio Visits

Köln bietet durch seine Museums-, Galerie- und Kunstraumlandschaft ein weites Feld der Fotografie. Natürlich gibt es hier auch eine entsprechend große und vielfältige Künstler:innenszene, die mit dem Medium arbeitet und experimentiert. In unserer neuen Rubrik der Studio Visits möchten wir Euch künstlerische Positionen vorstellen und Euch mitnehmen an die Produktions- und Denkräume der Kunst. Viel Spaß!

  • Blick in ein Atelier. Man sieht ein Regal mit verschiedenem Werkzeug und an der Wand hängen viele Bilder.

    Studio Visits

    Denkraum, Labor, Werkstätte
  • Zum Anfang springen
    Diese Website verwendet Cookies, um ein gutes Surf-Erlebnis zu gewährleisten
    Dazu gehören wesentliche Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind, sowie andere, die nur für anonyme statistische Zwecke, für Komfort-Einstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte verwendet werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass je nach Ihren Einstellungen möglicherweise nicht alle Funktionen der Website zur Verfügung stehen.
    Diese Website verwendet Cookies, um ein gutes Surf-Erlebnis zu gewährleisten
    Dazu gehören wesentliche Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind, sowie andere, die nur für anonyme statistische Zwecke, für Komfort-Einstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte verwendet werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass je nach Ihren Einstellungen möglicherweise nicht alle Funktionen der Website zur Verfügung stehen.
    Your cookie preferences have been saved.